Absolut zufällig und wahllos habe ich eine Woche lang dokumentiert, was bei mir alles auf den Tisch kommt. Während meines Freiwilligenjahres auf den Philippinen.

Warum mache ich das? Nunja, viele wissen eigentlich gar nicht so richtig, was es auf den Philippinen zum Essen gibt. Und selbst mir war völlig fremd, was für eine Art Essen auf den Philippinen auf mich zukommen würde.

Ich möchte auch gar nicht das beste philippinische Essen präsentieren. Mir geht es eher darum, dass man sich mal eine Vorstellung machen kann, was ein Auslands-Deutscher (wie wir vom Auswärtigen Amt betitelt werden :D) hier so jeden Tag isst.

Vegetarier haben es nicht ganz so einfach hier und oft gibt es nicht so viel Auswahl in Bezug auf Gemüse und co. Man gewöhnt sich aber relativ schnell an das Essen, das aber auch von Insel zu Insel variieren kann (in Davao habe ich z.B. ganz andere Sachen gegessen).

Als “Allesesser“ hab ich es in der Hinsicht etwas leichter. Allerdings verzichte ich auf Innereien und alles, was undefinierbar fleischig aussieht 🙂

Was da noch so übrig bleibt, spiegelt sich in meiner alltäglichen Essensauswahl wider und kann nun begutachtet werden:

Tag 1, Montag

Reis mit Rührei
Chao Fan mit Dumplings
Radieschen mit BBQ und Banane

Tag 2, Dienstag

Oatmeal mit Banane
Reis mit BBQ-Sticks
Reis mit Kürbis(suppe)

Tag 3, Mittwoch

Reis mit Spiegelei
Fisch und eine Banane
Reis mit Pinakbet

Tag 4, Donnerstag

Reis mit Spiegelei
WonTong Suppe
Reis mit Okra (Glibbergemüse)

Tag 5, Freitag

Reis mit Spiegelei
Reis mit Aubergine
Mango Float

Tag 6, Samstag

Oatmeal mit Apfel
Reis mit Pinakbet
Reis mit Ei (mal wieder)

Tag 7, Sonntag

Oatmeal mit Banane
Reis mit Pinakbet und Dessert
Reis mit Lumpia und 1 Banane

Was war die größte Umstellung?

Ich konnte mir nie vorstellen so viel Reis zu essen. Vor allem zum Frühstück. Reis mit Ei. Jeden Tag. Das Gute an der Sache: Man gewöhnt sich ja bekannterweise an alles und so wurde der Reis zu etwas, das ich nicht mehr missen möchte.

In meinen Augen fällt es hier auch schwerer, sich gesund oder ausgewogen ernähren zu können. Mein Fleischkonsum ist größer als je zuvor und das, obwohl ich in Deutschland nur selten Fleisch gegessen habe. Aber hier gibt es nunmal nichts anderes und soetwas, wie ein „Umweltbewusstsein“ oder der Trend zum vegetarischen Essen ist gerade erst so im Kommen (wenn überhaupt).

Was fällt auf?

Ich würde sagen, dass  auf meinem Teller die tropischen Früchte fehlen. Wenn man die Philippinen hört, dann stellt man sich die besten und leckersten Früchte vor. Das stimmt auch, aber nur teilweise. Ich habe hier z.B. die besten Mangos, Bananen und exotischen Früchte gegessen, wie ich sie mir nicht mal in meinen Träumen vorstellen könnte. Aber es gibt auch hier Zeiten, in denen kaum Früchte geerntet werden.

Was anderes ist auch, dass es hier kaum Milchprodukte gibt (nur teuer importiert) und viele Sachen “instant“ verkauft werden (Instantnudeln, Instantgetränke, Instantpulver etc.).

Fazit:

Philippinisches Essen ist fleischig, oft frittiert und gewöhnungsbedürftig. Es gibt aber auch unglaublich leckere Sachen, Früchte, von denen man noch nie gehört hat, und eine tolle Essgemeinschaft.

Was etwas schade ist, ist der etwas fehlende Bezug zum asiatischen Essen, der vom Streben zur amerikanischen FastFood Kultur überholt wird/wurde. Müsste man philippinisches Essen mit all den anderen asiatischen Esskulturen vergleichen, dann wäre man durchaus enttäuscht.

Allerdings haben die Philippinen mit ihren über 7.000 Inseln ein großes Potential und wer mit Geduld nach gutem Essen sucht, der wird auch hier fündig 🙂

Guten Appetit!

Philippinische Kochbücher: