Liebes Uygongco-Team,

(Celines Part)

Wir können kaum glauben, dass dieses Jahr fast vorbei ist und dass wir uns von den Philippinen verabschieden müssen. Jeder von uns kann sich noch genau an das Gefühl vor einem Jahr in Deutschland erinnern: Auf der einen Seite hatten alle ein bisschen Angst vor der bevorstehenden und unbekannten Zeit, aber auf der anderen Seite waren wir auch super aufgeregt! Wir waren bereit für ein Jahr im Ausland und bereit für ein Abenteuer.

Die ersten Tage hier auf den Philippinen waren für uns alle wirklich verrückt. Alles war so neu und so anders als unser altes Leben in Deutschland. In Davao haben wir alle in verschiedenen Organisationen gearbeitet, nachdem wir Mindanao aus Sicherheitsgründen verlassen mussten. Also kamen wir nach 4 Monaten in der Stadt der Liebe, in Iloilo, an.
Wir sind sehr glücklich, dass Uygongco uns die Gelegenheit gegeben hat, hier zu arbeiten. Wir sind stolz darauf, dass wir ein Teil der UFI-Familie sein durften.

Es ist niemals leicht, Abschied zu nehmen, aber wir werden mit vielen Erinnerungen nach Hause fliegen. Erinnerungen, die uns Rat und Unterstützung für unser ganzes Leben geben werden. Dieses Jahr hat uns die Chance gegeben, uns in sozialen Projekten zu engagieren, viel zu lernen, eine andere Kultur zu erleben und so viele nette und liebenswerte Leute zu treffen. Und es war auch eine Chance, viel über uns selbst zu lernen. Dieses Jahr war und wird für jeden ein besonderer Teil unseres Lebens sein.

Vielen Dank UFI!

(Cyns Part)

Zuerst möchten wir uns bei Uygongco bedanken, die uns mit offenen Armen empfangen haben, als wir völlig verloren  auf der Suche nach neuen Projekten waren. Uygongco war eine, der wenigen Lieblings-Projekte unter den deutschen Freiwilligen. Wahrscheinlich lag das an den guten Programmen, die Uygongco den Freiwilligen anbietet, aber vielleicht auch wegen der angenehmen und warmen Atmosphäre im Büro, die von allen UFI-Mitgliedern sichergestellt wird. Es gibt immer etwas zum Lachen und ein offenes Miteinander sind bei UFI Standard.

Wir haben während unseres Aufenthaltes viel gelernt. UFI hat uns die Gelegenheit gegeben, viele verschiedene Sachen zu erleben. Wir konnten einige der Partnerschulen sehen und konnten dort unterrichten. Wir konnten auch mit den Bäckern der Modellschule in Hibao-An backen und sogar das Gebäck beim Produkto Lokal verkaufen, was für uns alle eine gute Erfahrung war.

Wir haben viele Dinge zum ersten Mal gemacht, z.B. als wir den kleinen Kindern beim Linis Bata die Läuse rausgekämmt oder in der Schule unerrichtet haben, wie man den Müll richtig trennt. Mit all diesen Herausforderungen sind wir nicht nur an uns selbst gewachsen, sondern haben auch unseren Horizont erweitert. Danke für all die kostbaren Erinnerungen und für all die Sachen, die wir während unserer Zeit bei Uygongco gelernt haben.

Warum wir die Philippinen so sehr lieben

(Hannahs Part)

Oft werden wir gefragt, was wir am meisten an den Philippinen lieben und  jedes Mal antworten wir: Es sind die Menschen!
Als wir hierher kamen, wurden wir schon in der schönsten herzzerreißenden Weise, die wir uns vorstellen konnten, begrüßt und haben sofort die Gastfreundschaft zu schätzen gelernt. Und auch im Allgemeinen sind Filipinos immer freundlich und hilfsbereit.

Ein einfaches Beispiel: Du sitzt in einem Jeepney, es ist laut und überfüllt und du willst aussteigen, also schreist du: Lugar lang! Aber der Fahrer kann dich nicht hören. Also was passiert? Alle Leute im Jeepney schreien LUGAR LANG! Meistens ist den Menschen gar nicht klar, dass sie uns damit helfen, nur um an der richtigen Stelle aussteigen zu können. Für die Filipinos ist es nämlich normal hilfsbereit zu sein und für uns, die aus Deutschland kommen, ist es immer wieder schön diesen Akt der Freundlichkeit zu erleben. Die Filipinos helfen auch immer mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht. Wir sehen nur selten Filipinos, die nicht lächelnd alltäglichen Dingen nachgehen. Filipinos verlieren einfach niemals ihre Lebensfreude. Sie versuchen in jeder Situation positiv zu denken und das ist für ein ganzes Land sehr wichtig, um mit den Leuten um dich herum klar zu kommen und noch wichtiger: um in Harmonie zu leben.

Filipinos sind nicht nur nett, sondern auch unglaublich schön. Nur zu gut wissen wir, dass Filipinas oft eine andere Haarfarbe oder weißere Haut haben wollen, aber eins können wir versprechen: Wenn Filipinas mit ihren schönen schwarzen, langen und gesunden Haaren, ihren braunen Augen und ihrer braunen Haut nach Deutschland kommen, wird jeder sie bewundern.

Schließlich hat auch eine Filipina den Titel der Miss Universe gewonnen. Okay, sie war halb Filipina, halb Deutsche, aber das zeigt: Deutschland und die Philippinen kommen gut miteinander aus. Wir sind ein gutes Team!

Filipinos sind auch sehr romantisch. Sie lieben viel und sie lieben es zu zeigen. In den Philippinen kann man immer noch Gentlemen finden, die sich um einen kümmern, die Türen öffnen, damit man eintreten kann, einem Blumen bringen oder für dich singen. Wohin man auch geht, sei es in den Supermarkt, ins Einkaufszentrum oder ins Restaurant: Überall läuft Musik und nicht selten hört man auch die Filipinos singen. Im Vergleich zu uns Deutschen, singen sie wirklich gern und sind auch noch gut darin! Hier auf den Philippinen gibt es an jeder Ecke Karaoke-Bars und die Sänger klingen professionell! Es ist (fast) immer schön, ihnen zuzuhören und wir werden es wirklich vermissen.

Ein weiterer Punkt, den wir während der Zeit, die wir hier verbracht haben, beobachtet haben ist, dass Filipinos gerne alles teilen. Sie genießen die Gesellschaft von anderen und teilen die Momente und Erfahrungen im Leben. Ein Filipino kommt nie allein, sie sind immer in einer Gruppe von Freunden oder Verwandten, da sie sich gerne um die Menschen kümmern, die sie mögen und lieben.

Es gab auch einige Missverständnisse!

(Philips Part)

Am Anfang fiel es uns etwas schwer, uns an die philippinische Kultur, das Essen und die Insekten zu gewöhnen. Wenn man hört, wie ein Mädchen schreit, dann gibt es wahrscheinlich eine Kakerlake in der Nähe oder noch schlimmer: eine Ratte. Aber das ist nicht das Einzige, was uns erschreckt hat.

Man denkt, dein guter philippinischer Freund kauft dir ein normales Ei an der Straßenecke, aber dann schaut dir ein kleines Entengesicht entgegen! Aber es ist ja normal, dass man am Anfang noch vielen Sachen begegnet, von denen man nicht einmal geträumt hätte. Eine andere Sache sind die Filipinos. Man sollte nicht erwarten, dass man einfach so die Straße hinunter laufen kann ohne, dass etwas passiert. Aber dann hört man plötzlich jemanden pssssst machen. Man geht natürlich weiter, weil man denkt: „Ok, er ruft wohl nach seinem Hund“, aber dann fällt einem auf, dass weit und breit kein Hund zu sehen ist und der Typ dich direkt anstarrt! Wieder dieses „psssst“. Also dreht man sich um und fragt: „Sehe ich aus wie ein Hund oder warum psssst du mir so hinterher?“ – was wir jetzt wissen: Es ist nur die Art und Weise, wie Filipinos sich gegenseitig rufen.

Es ist genau dasselbe Missverständnis, wenn man einen Filipino nach der Richtung fragt. Er wird sie dir nämlich nicht sagen, sondern mit einem Kussmund dorthin zeigen. Was man denkt: „Ich will dich nicht küssen, ich will nur wissen, wie ich zum Supermarkt komme!“
Obwohl es einige Missverständnisse zwischen den Kulturen geben kann, haben wir gelernt, die Philippinen und die Menschen zu lieben und kulturelle Unterschiede zu hinterfragen, zu verstehen und zu respektieren.

Das Ende vom Brief

(Mein Part)

Wir sind uns allzu bewusst, dass, sobald man sich von einem Ort, in dem man einige Zeit gelebt hat, verabschiedet hat, dass auch ein späterer Besuch niemals wieder dasselbe sein wird. Wir werden die Menschen und die Philippinen sehr vermissen.

Wir hatten das Glück, an einer großen Schule zu unterrichten und dort für die letzten 8 Monate zu sein. Wir haben einige sehr enge Freundschaften mit vielen Schülern geschlossen, auch wenn wir sie nie außerhalb der Schulzeit gesehen haben. Wir werden uns immer an die schöne Abschiedsparty für uns in Hibao-An erinnern, und alle, die es unvergesslich gemacht haben. Wir haben so viele schöne Briefe und Karten von den Schülern bekommen, die für immer als Erinnerung an so viele tolle Momente, die wir in dieser Schule erlebt haben, dienen werden.

Wir werden unsere Zeit hier sehr vermissen. All unsere Gespräche in der WG, die bis in die Nacht anhielten, wie wir uns immer über die ganzen Kakerlaken beschwert haben, oder die schlaflosen Nächte, weil wir mal wieder die Maus in unserem Zimmer jagen mussten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn wir nicht mehr an jedem Teil des Tages Budotz hören werden oder uns nichtmehr ermutigen, wenn was schief gelaufen ist, oder feiern, wenn mal was richtig gut ging.

Und so sehr wir hier bleiben wollen, sollten wir nicht unsere Freunde und Familie in Deutschland vergessen. Denn, egal wo oder wie weit man weg ist, man sollte nie vergessen, dass es jemanden zu Hause gibt, der einen die ganze Zeit vermisst und darauf wartet, dass man zurückkommt.

Abschied nehmen von einem Land ist hart, aber Abschied von all den Menschen, die wir hier getroffen haben, ist unmöglich. Wir haben etwas erlebt, das man nur einmal in seinem Leben erfährt. Wir waren ein ganzes Jahr auf den Philippinen und wir sind unglaublich dankbar, nicht dass wir diese tolle Gelegenheit hatten, sondern weil wir hier auf den Philippinen und nicht woanders waren. Die Leute und die vielen lachenden Gesichter können in Deutschland nicht ersetzt oder gefunden werden.

Wir hatten die beste Zeit und wir sind so froh, dass wir diese Chance bekommen haben, auch eine andere Welt zu sehen. Danke für all die Zeit, in der ihr für uns da wart, um Probleme zu lösen, Fragen zu beantworten und uns und alle Schüler aus der Tiefe des Herzens geführt habt. Danke, dass ihr der Ort ward, wo wir uns am meisten freuen konnten. Vielen Dank dafür, dass wir uns hier frei fühlen konnten. Dass wir 100% der Zeit wir selbst sein konnten. Danke für die Freiheit, dass wir das Unbekannte und Ungewisse erforschen konnten, ohen verurteilt zu werden. Und am wichtigsten, danke für die Freiheit, dass wir ausprobieren, scheitern, lernen und Erfolge spüren konnten.

Wir wünschen uns für euch nur das Beste. Dass auch jeder von euch neue Anfänge genießen kann und wir hoffen, dass ihr weiterhin eine Inspiration in der sozialen Arbeit und auch im persönlichen Leben sein werdet.

Also lasst uns nicht Auf Wiedersehen sagen, sondern bis bald!

Franzi, Hannah, Celine, Luise, Cyn, Philip